Muscheln bedrohen Seesaiblinge
Eine kleine Muschel bedroht den Bestand von Seesaiblingen im Starnberger See!
Die Dreikantmuschel (Dreissena) stammt ursprünglich aus dem asiatischen Raum und wurde durch Sportboote in Deutsche Gewässer eingeschleppt. Die ersten Vorkommen dieser Muscheln wurden Ende der 50er Jahre beobachtet. Inzwischen haben sie sich in fast allen oberbayerischen Seen ausgebreitet.
Unter Mithilfe von vielen Sporttauchern, die über 1.000 Tauchstunden absolvierten, wurde in den letzten Jahren die Verbreitung der Dreikantmuscheln im Starnberger See kartiert. Die größten Vorkommen zeigten sich an der Ostseite des Sees. Am Westufer und in der Seeshaupter Bucht sind nur wenige Dreikantmuscheln zu finden, was auf die Beschaffenheit des Seegrundes zurückzuführen ist. Die Muschel braucht einen festen Untergrund, um sich mit Sekretfäden, die aus der Fußdrüse ausgeschieden werden, festzusetzen. Das wird den einheimischen Großmuscheln (Maler- und Teichmuscheln) zum Verhängnis. Die Großmuscheln werden von den kleinen Dreikantmuscheln überwuchert und ersticken regelrecht daran. Alles was einen festen Untergrund bietet wird besiedelt. Die Hauptvorkommen sind in tiefen zwischen 12 und 20 Metern zu finden. In den flacheren Gebieten werden die Dreikantmuscheln von Enten und Blesshühnern dezimiert.
Was hat das alles nun mit den Seesaiblingen zu tun?
Der Seesaibling braucht Kiesgrund um zu laichen, was aber nicht möglich ist, wenn der Kies mit Dreikantmuscheln überwuchert ist. Darum werden jährlich ab Ende Oktober die Kiesbänke vor der Seeburg am Ostufer des Starnberger Sees von freiwilligen Tauchern mit Rechen gereinigt. Durch Abtragen des befallenen Kieses werden wieder freie Flächen geschaffen, die sich die Saiblinge dann selber vergrößern und dort wieder ablaichen können.
Bayrische Seen brauchen unsere Hilfe genauso wie die tropischen Riffe – tun wir was!