Erste Eindrücke beim Tec- Tauchen

 

Als erfahrener Tauchlehrer mit hunderten von Tauchgängen wollte ich eine neue Herausforderung annehmen und mich im Nitrox-Tauchen versuchen. Doch damit nicht genug, natürlich strebte ich die „Königsklasse“ an: Trimix-Tauchen. Doch auch ein Tauchlehrer muss dazu erst Kurse besuchen, Theorie über sich ergehen lassen, mit neuen Systemen umgehen lernen.

Also meldete ich mich an und war neugierig auf den ersten Tauchgang. Eine Vielzahl verschiedener Flaschen musste angebracht werden, die entsprechenden Atemregler und Inflaterschläuche hingen wirr um den ganzen Körper, es sah zunächst alles sehr kompliziert aus. Der Tauchlehrer erklärte mir, dass wir erst einmal keinen Deko-Tauchgang machen würden, sondern immer „an der Nullzeit entlang“ tauchen, was für mich ja nichts Neues darstellte. So beschäftigte ich mich bei diesem 1. Tauchgang nur mit meinen verschiedenen Flaschen und dem Umhängen der Stage-Flasche.

Doch der 2. Tauchgang sollte mir das AHA-Erlebnis bescheren, auf das ich gewartet hatte. Noch immer etwas unsicher mit dem Handling der verschiedenen Gerätschaften wurde ein Deko-Tauchgang angekündigt: 20 Minuten auf 48 m! Eine verdammt lange Zeit, wenn man von normaler Pressluft ausgeht. Vollbepackt stiegen wir in den Walchensee, zusätzlich hatten wir zwei Lampen mit, damit uns in der Tiefe und bei der Dauer da unten nicht das Licht ausging. Ich schleppte noch einen Reel mit einem Hebsack mit, der beim Auftauchen auf 30 m „geschossen“ werden sollte, den ersten Dekostopp andeuten sollte und uns ein Zeichen zum Reglerwechsel war. Und so ließen wir uns in den Walchensee hinabsinken.

Wie vorgesehen blieben wir 20 Minuten auf 50 m, absolvierten diese Tauchtiefe zunächst mit normaler Pressluft. Beim Aufstieg legten wir den ersten Deko-Stopp bei 30 m ein, ich schoss das Reel nach oben, das uns bei straffer Leine die konstante Tauchtiefe von 30 m anzeigte und wir wechselten zu einem Atemgemisch mit 40 % Sauerstoff, ich stellte meinen Tauchcomputer von Pressluft auf Nitrox um.

Nach eingehaltener Deko-Pause stiegen wir weiter auf, hielten unsere Deko-Pausen auf verschiedenen Tiefen ein. Der Wechsel von Pressluft zu Nitrox erlaubte mir ein wesentlich schnelleres Entsättigen. Beim letzten Stopp auf 3 m kontrollierten wir gegenseitig unsere Tauchcomputer. Der Computer meines Tauchlehrers war kein spezieller Tauchcomputer, den man auf Nitrox umstellen konnte und er zeigte eine Restzeit von 50 Minuten, die wir nach seinem Computer auf 3 m zu verbringen hätten. Durch mein Umstellen auf Nitrox-Gemisch zeigte mein Tauchcomputer die definitive Restzeit von nur 15 Minuten an. Und hier zeigte sich für mich zum ersten Mal die Effizienz von Nitrox: sie erlaubte nicht nur ein längeres Verweilen in der gewünschten Tiefe, sondern auch ein schnelleres und dazu noch gesünderes Entsättigen. Auch die anderen Deko-Stopps hätten nach meinem Tauchcomputer wesentlich kürzer sein können. Unsere Zeitersparnis betrug somit 35 Minuten, ein „Aha-Erlebnis“, dass dieses Gemisch nicht nur einen erholsameren Tauchgang erlaubte, sondern auch noch zeitsparendere Deko-Stopps. Die Vorteile von Nitrox als Entsättigungsgas können nicht deutlicher sein als uns bei diesem Tauchgang aufgezeigt wurde.