Wie ich zum Tauchen kam
Wie ich zum Tauchen kam... 01.02.03
Schon als kleines Kind war ich eine Wasserratte, die erst wieder ihr nasses Element verließ, als die Lippen bereits königsblau angelaufen waren.
So kam es, daß ich schon sehr früh mit dem Schnorcheln begann. Denn in unseren gemeinsamen Urlauben in Griechenland, Türkei, Kroatien, Fuerteventura, Lanzarote, Italien, liebte ich „den Tag am Meer“ und natürlich im Meer. Zum einen war das Schnorcheln für mich so interessant, da ich die Unterwasserwelt mit all ihren Muscheln, Schnecken, Seesternen, bunten Fischen, und, und, und, beobachten konnte. Zum anderen kam mir die Unterwasserwelt immer wie eine Traumwelt vor, in der man sich, ohne jegliches Zeitgefühl, frei von Sorgen, oder, wie Peter Schilling es sagen würde, „vööllig losgeeelöst“ fühlt.
In unserem Malta-Urlaub 1996 haben wir einen Tag auf Gozo am Innlandsee und am Blue Hole verbracht. Beim Anblick der vielen Taucher meinte mein Vater, daß es doch schön wäre, wenn wir da jetzt mittauchen könnten.
Als ich 1998 mein Abitur in der Tasche hatte, schenkten mir meine Eltern zur Belohnung einen Tauchkurs. Das war für mich, die Wasserratte, natürlich eine tolle Überraschung! Da man die Gefahren des Tauchens nicht unterschätzen darf und eine gute Ausbildung lebenswichtig ist, informierten sich meine Eltern gründlich. Sie entschlossen sich für das Sportgeschäft TTS Kaindl in München. Denn Fredy und Brigitte bieten seit über 20 Jahren Tauchkurse sowie Reisen an und haben hierfür staatlich geprüfte Ausbilder.
Also begannen mein Vater und ich mit dem ersten Tauchkurs CMAS * = DTSA Bronze.
Die Theoriestunden hielt Rudi Marquart, ein alter Hase, der uns, mit seiner reichhaltigen Erfahrung aus allen Gewässern der Welt, einen lebendigen und praxisbezogenen Unterricht bot.
Von ihm kam auch der Tip, eingetretene Seeigelstacheln mit einem Essigumschlag zu behandeln. Dieser Rat kam meinem Vater bei einem späterem Ägyptenurlaub schon zu gute, als er mit dankbarer Erinnerung an Rudi den Essigwickel um sein „akupunktiertes“ Bein legte.
An die erste Praxisstunde kann ich mich noch gut erinnern. Diese gemischten Gefühle, die ich hatte, als wir mit Anzug , Jackett, und Flasche im Sprungbecken des Olympiabades eingetaucht sind. Hier im Oly erlernten wir von unserem Tauchlehrer Dieter Freitag alle elementaren und lebenswichtigen Übungen, wie z.B. tarieren, Maske ausblasen, Wechselatmung und den richtigen Sprung ins Wasser.
Das wahre Survivaltraining folgte jedoch an zwei kalten Septemberwochenenden am
Starnberger See. Es ist nämlich gar nicht so leicht all diese Übungen unter so unangenehmen Bedingungen, wie 17° C Wassertemperatur und eine Sichtweite von „da siehst die Hand vor Augen nicht“ zu absolvieren und dabei noch zu wissen, wo oben und unten ist. Es ist zu schaffen, aber nicht mit der normalen Pulsfrequenz!
Deshalb erzähle ich diese Starnberger See- Herausforderung allen Tauchinteressierten, die der Meinung sind, einen Tauchkurs unbedingt im Urlaub machen zu müssen, wo es auch was zu sehen gibt. Natürlich gibt es im Olympiabad und im See nichts Spannendes zu sehen, jedoch ist man somit nicht abgelenkt, sondern kann sich viel besser auf sich selbst und seine Ausrüstung konzentrieren. Insider werden mir Recht geben, wer dieses beklemmende Gefühl der Orientierungslosigkeit im See mal erlebt hat, den bringt so schnell nichts mehr aus der Ruhe.
Unser erster Tauchurlaub führte uns mit TTS Kaindl- Reisen nach Gozo, erstens, weil wir Jahre zuvor neidisch die Taucher im Blue Hole beobachtet hatten. Zweitens, weil neben Jacques auch Dieter als Tauchguide mitfuhr. Das war mir sehr wichtig, denn ich wußte bereits vom Kurs, daß ich mich mit Dieter an meiner Unterwasserseite sicher und in guten Händen fühlte. Außerdem versprach uns seine sympathische Art und sein Humor einen lustigen Urlaub. Sowohl Dieter, als auch Gozo haben uns nicht enttäuscht. Im Gegenteil, es hat uns so gut gefallen, besonders das Höhlentauchen, so daß wir nächstes Jahr gleich wieder die Insel unsicher gemacht haben!!!!!!
ã bySabine